Ich werde sehr oft gefragt, wie bzw. woran edelight eigentlich verdient. Offensichtlich ist, dass wir seit jeher Erträge auf Basis von Affiliate-Provisionen bekommen – das sind Provisionen, die wir von unseren Partnershops bekommen – und seit wenigen Wochen Erträge auf Basis von Werbung erzielen – hier verdienen wir pro Einblendung eines Werbebanners. Während sich die Werbeerträge relativ einfach skalieren lassen – durch eine höhere Reichweite bzw. höhere Netto-TKPs (vorausgesetzt die Qualität der Zielgruppe bleibt bestehen), lassen sich die Affiliate-Provisionen nicht so einfach skalieren.
Limitierung der User = Maximieren der Monetarisierungswahrscheinlichkeit
Einige unserer Wettbewerber stellen Ihren Nutzern einen festen Produktpool zur Verfügung, aus dem sie Produkte empfehlen oder Listen erstellen können. Das hat u.a. den Vorteil, dass theoretisch jedes Produkt bzw. jede Empfehlung monetarisierbar ist.
Wir haben uns von Anfang an entschieden, keine derartige Limitierung der Content-Basis vorzunehmen, da man dadurch auch indirekt Gefahr läuft, die Qualität des Contents zu steuern bzw. nicht die gewünschte kreative Vielfalt schafft. Theoretisch wäre es dadurch möglich, dass wir am Ende des Tages keinen Cent verdienen, da es sich bei allen Empfehlungen um Produkte aus nicht Partnershops handelt (dem ist natürlich nicht so).
Affiliate Programme = Es lebe der Mainstream
Durch die existierenden Affiliate-Programme (affili.net, zanox, superclix, etc.) ist es ja relativ einfach Standard-Partner zu bekommen. Dies reicht in unserem Fall, um ca. 30-40% des bestehenden Contents (unstrukturiert) zu monetarisieren. Es gibt allerdings zwei Probleme: Zum einen gilt es auch die restlichen 60-70% an Content zu monetarisieren und zum zweiten handelt es sich bei einem Großteil der Standard-Partner um Standard-Content. Damit meine ich, dass es sich um Produkte handelt, die jeder kennt und dadurch der Innovations- bzw. Begeisterungsgrad i.d.R. relativ gering ist.
Commerce- und Vermarktungs-Erträge lassen sich nicht vereinbaren!?
Eine mögliche Lösung wäre natürlich die Erkenntnis, dass wir auf die Commerce-Fokussierung verzichten und unsere Seite nur noch vermarkten. Dagegen sprechen allerdings zwei wesentliche Punkte: Erstens mögen wir keine Banner (und es fiel uns wirklich schwer, diese auf unsere Seite einzubinden) und zweitens haben wir trotz der vermeintlich geringen Partnershopdurchdringung eine relativ hohe Konvertierungsrate (der Anteil an Menschen, die in Shops, in die sie übergeleitet werden etwas kauft). Es wäre also schade, dieses Asset zu verschenken.
Die Lösung: Emanzipation von bestehenden Business-Logiken bzw. Prozessen
Noch mal kurz zusammengefasst: Wir wollen unsere Nutzer bei der Schaffung von Content nicht limitieren, können allerdings 60-70% des Contents nichts monetarisieren und haben trotzdem gute Konvertierungsraten. Es liegt jetzt natürlich schon nahe was kommt: Ja, wir haben unser eigenes System entwickelt, mit dem wir ab jetzt in der Lage sind, jeden Shop dieser Welt auf edelight zu integrieren. Nein, wir fangen nicht an, irgendwelche Pay per Click-Modelle anzubieten – im Gegenteil.
Viele Experten messen uns tagtäglich an Innovationen, die wir im Frontend zum besten geben. Ganz wenige – eigentlich ist es niemand – misst uns daran, wie wir unsere Mitarbeiter künftig bezahlen wollen. Gleich mal vorab: Die Wahrscheinlichkeit, dass man Innovation per se monetarisieren kann ist primär bei Paradigmen-Projekten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu unterstellen (Sorry, klingt jetzt etwas akademisch). Viele Innovatoren schaffen es am Ende des Tages allerdings nicht und werden so zu den Bauernopfern der verbleibenden Wettbewerber. Damit es uns nicht auch so geht, haben wir in den letzten Wochen etwas weniger am Frontend innoviert.
Das es mir in diesem Beitrag primär darum ging, aufzuzeigen was man bei der Monetarisierung von Geschäftsmodellen zu beachten hat und nicht um die Vorstellung unserer neuen Lösung, muss der Interessierte noch ein paar Tage warten, bis wir diese offiziell vorstellen werden.
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