In eigener Sache: Positives EBIT nach zwei Jahren

Im Dezember 2008 war es endlich so weit. Wir hatten zum ersten Mal einen profitablen Monat. Wir können an dieser Stelle zwar keine finanziellen Kennzahlen nennen, wer uns aber kennt der weiß, dass wir schon einiges pro Monat verdienen müssen, um ein positives EBIT zu erreichen. Damit wir aber nicht nur abstrakte Dinge schreiben, hier ein paar konkretere Dezember-Zahlen, die wir ohne signifikante Marketingausgaben erreichten:

- 850.000 Nutzer
- 3,5 Mio. Seitenansichten
- 1 Mio. Euro vermitteltes Handelsvolumen

Natürlich sind wir auch ein wenig stolz, ohne dabei zu vergessen, dass 2009 ein sehr interessantes Jahr wird. Ich werde das „R-Wort“ nicht nennen, da wir als StartUp noch so viele Wachstumsoptionen haben, dass wir davon nur partiell betroffen sein sollten.

Außerdem werden wir an unserem schwäbischen Motto „Budderbrod statt Schnitzle kaue“ vorerst nichts ändern, da (leider) nicht in jedem Monat Weihnachten ist.

Es ist trotzdem gut zu wissen, dass unsere Idee – für die uns vor zwei Jahren einige für verrückt hielten – doch monetarisierbar ist und es durchaus legitim ist, über einen längeren Zeitraum viel Geld in Mitarbeiter und Technologie zu investieren, ohne dass sofort die Erträge sprudeln.

Alleine hätten wir das sicherlich nicht geschafft und daher möchten wir uns bei allen bedanken, die uns zu diesem schönen Moment verholfen haben.

Hervorheben möchten wir natürlich unsere sensationelle Community, unsere mittlerweile über 20 Autoren, unsere vermeintlichen Wettbewerber und natürlich die folgenden Blogs, die regelmäßig und konstruktiv über uns berichten:

Basic Thinking Blog
Pauline Pauline
internetszene
imedo
Oliver Gassner
Medienrauschen
Handelskraft
marketing-blog
deutsche Startups
Exciting Commerce
Dein Start-up
Public Beta
Brandkraft
connected marketing
ANDERSdenken
EASN
gruenderszene.de
best-practice-business.de/blog/
dittes.info/blog/
sichelputzer.de
kubitz.net/
bloggas.de
20undso.de
foerderland.de

Die offizielle Pressemeldung gibt es hier.

Nun ist es offiziell: Burda beteiligt sich an edelight

Nachdem es nun durch verschiedene Medien bekanntgegeben wurde, möchten wir natürlich auch an dieser Stelle kurz Stellung nehmen.

Offizieller Part
Burda Digital Ventures hat sich mit einer Minderheitsbeteiligung an edelight beteiligt. Wir begrüßen…!

Emotionaler Part

Es wären nicht wir und es entspricht nicht unserer Kultur, würden wir so ein Ereignis derart trocken verkünden, daher gibt es lieber eine etwas ehrlichere und emotionalere Variante:

Anfang 2006 haben wir mit einem rudimentären Proof of Concept die ersten Marktdaten erhoben (um unplanmäßiges besser planen zu können), Mitte 2006 unsere Jobs geschmissen (was unsere Familie und Kollegen davon hielten, bedarf keiner weiteren Erklärung) und unsere Ersparnisse in die aktuelle Alpha-Version investiert (und teilweise unsere Kreditlimits ausgeschöpft). Nach vielen schlaflosen Nächten, Höhen und Tiefen (ja, die gibts auch im Web2.0) und toller Unterstützung durch die Blogosphäre sind wir wirklich stolz und glücklich, jetzt einen sehr professionellen Partner gefunden zu haben.

Platzt die Bubble 2.0 jetzt doch?
Wir haben viele Gespräche geführt und wir haben nicht das Gefühl, dass man uns das Geld hintergeschmissen hätte bzw. hat. Sicherlich waren die Barrieren für die ersten Gespräche dank des Web2.0-Hypes geringer, aber letztendlich waren die professionellen Investoren einzig an validen Fakten interessiert (daher auch unsere Proof of Concept-Phase) und nicht nur an fraglichen Potentialen oder lustigen Geschäftsmodellen (die es ja mittlerweile zu genüge gibt).

Noch mal emotional
Uns ist auch wichtig an dieser Stelle durchaus emotional zu sagen, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn das unternehmerische Risiko durch ein solches Investment „belohnt“ wird, da man dadurch die Möglichkeit bekommt, an den Ideen weiterzuarbeiten und sogar noch mehr Gas zu geben. Sau gutes Gefühl!

Warum ausgerechnet Burda Digital Ventures
Vielleicht noch ein Wort zu Burda Digital Ventures. Wir haben mit den Herren Dr. Christoph Braun, Harald Ebrecht und Dr. Benedikt Sudbrock nicht nur extrem smarte sondern auch sehr faire Verhandlungen geführt. Dies war einer der wesentlichen Gründe, warum wir uns für Burda entschieden haben. Wir sind nämlich der Auffassung, dass die Investitionshöhe bzw. die Bewertung nicht allein ausreicht, um eine derartige Partnerschaft zu schließen, da es nicht allein um das Verkaufen von Anteilen geht!

Und nun?
Was uns das Engagement bringt? Wir werden jetzt TV-Spots auf ProSieben, RTL und Co. schalten, 40 Mitarbeiter anstellen und sämtliche Wettbewerber aufkaufen um dann in sechs Wochen den IPO vorzubereiten! Mist, wir sind ja gar nicht mehr in der New Economy, daher jetzt seriös:

Damit wir uns in der Anfangsphase vertraglich nicht zu stark binden müssen, haben wir Teilbereiche an externe Partner ausgelagert. Diese Bereiche werden wir jetzt reduzieren, damit es in Zukunft keine strategischen Abhängigkeiten mehr gibt. Mit dem Ausbau unseres Teams haben wir in den letzten Wochen bereits die ersten Schritte getätigt. Gleichzeitig gilt es jetzt den Bundesbürgern zu vermitteln, dass Social Shopping nichts altruistisches oder karitatives ist und es Spaß macht, sich in unsere Community einzubringen bzw. mitzumachen.

Und nun – konkret!
Passend dazu, werden wir in den nächsten Tagen/Wochen unsere Beta-Konzeption starten und einen ersten Teil der eigentlichen Idee launchen.

Weitere Informationen

- Burda Presse (Offizielle Pressemitteilung)

- Deutsche-Startups.de

- BasicThinking.de

- Gründerszene.de

- ExcitingCommerce.de

- TelagonSichelputzer.de

- DittesInfoBlog.de

- Bloggas.de

- Peter Turi

- Marketing-Blog.biz

- Handelskraft.de

- Foerderland.de

Bei allen genannten (und nicht genannten) möchte ich mich an dieser Stelle vielmals bedanken. Es ist einer von unzähligen Beweisen, wie wichtig die Blogosphäre für ein StartUp wie uns sein kann.

Unsere Förderkredite: Ein paar Details.

Ich hatte ja bereits darüber geschrieben, dass wir einen Groß-Teil unseres Startkapitals über Förderkredite finanzieren. Die Beiträge über unsere Erfahrungen finden sich in der Kategorie Finanzierung.

Seit gestern habe ich nun endlich die Verträge vorliegen. Das ist beachtlich, den die ersten Anträge haben wir bereits im Juli gestellt. Die mündliche Zusage gab es dann am Freitag, den 13.10.06 seitens unserer Hausbank. Seit diesem Zeitraum hatten wir dann die Möglichkeit, einen Kontokorrent-Kredit (Überziehungskredit) für unsere Ausgaben zu nutzen. Dieser wurde uns solange eingeräumt, bis die restlichen Detailfragen geklärt werden. Seither sind auf den Tag genau zwei Monate verstrichen. Vorab ist zu erwähnen, dass wir für diesen Zeitraum keine Überziehungszinsen zahlen werden (sollte man verhandeln), da nicht wir der Engpass waren.

Was hat es eigentlich mit den Fördermitteln auf sich um warum hat das solange gedauert?

Ich habe ja schon angedeutet, dass es in Deutschland die unterschiedlichsten Fördermittel gibt. Zum einen vom Staat, z.B. bei der Kfw und zum anderen von den Ländern. In unserem Fall handelt es sich um Fördermittel der L-Bank (Staatsbank für Baden-Württemberg).

Die Anträge werden aber nicht bei den Förderinstituten direkt gestellt, sondern über die eigene Hausbank. In unserem Fall die Sparkasse vor Ort. Diese fungiert als durchleitendes Institut, d.h. sich macht “nichts” anderes, als das Vorhaben zu prüfen, die Anträge zusammen mit den Gründern zu stellen und sie dann an das jeweilige Förderinstitut weiterzuleiten.

Wie so oft, ist das kein lukratives Geschäft (gilt im Übrigen für fast alle Fördermittel wie z.B. für Häuslebauer & Co.). Man ist daher auf den Goodwill der Bank oder des jeweiligen Beraters angewiesen. Größere Institute haben allerdings sehr oft spezialisierte Gründungsberater, bei denen es nicht ausschließlich um die eigene Provision geht.

Ja nach Umfang der Finanzierung bedarf es einer Absicherung der Förderkredite. In unserem Fall wollte die Hausbank eine Absicherung von 80% der Kreditsumme. Entweder man sichert dies selbst (Privat) ab oder wählt hierfür eine Bürgschaftsbank. Diese prüft dann ebenfalls die Anträge und das Gründungsvorhaben und zieht dabei in der Regel externe Gutachter hinzu (i.d.R. die IHK). Zu beachten ist allerdings, dass für die Bereitstellung der Bürgschaft zusätzliche Gebühren anfallen (ca. 0,8 % p.a)

Was haben wir für Vorteile von den Fördermitteln?

In unserem Fall wurden der Kreditbedarf bzw. die Fördermittel differenziert behandelt. Einen Teil der Fördermittel wurde für reine Investitionen, der zweite Teil für Betriebsmittel beantragt. Dies hat Auswirkungen auf den zu zahlenden Zinssatz. Investitionskredite sind hierbei günstiger. Basis stellt hierfür der Businessplan dar.

Neben den allgemein günstigen Konditionen der Förderinstitute (in unserem Fall lag der Zinssatz bei ca. 4,6 % p.a.), sind insbesondere die Rückzahlungsmodalitäten für Gründer interessant. Die Tilgung beginnt in unserem Fall beispielsweise erst im Jahr 2008. Gleichzeitig müssen wir nur für das wirklich beanspruchte Kapital Zinsen zahlen. Es entspricht also eher einem Kreditrahmen und keinem Kredit, der sofort zu 100% ausgezahlt wird.

Warum nicht gleich eine Finanzierung mit Venture Capital oder Business Angels

Strategisch gesehen, schaffen uns die Fördermittel eine potentiell stärkere Verhandlungsposition gegenüber möglichen Investoren, da wir die Seedphase selbst finanziert haben und damit das erste Risiko selbst tragen. Ausserdem ist es auch verdammt schwierig, zu einem so frühen Zeitpunkt, einen Investor von der eigenen Idee zu überzeugen.

Mutation zum Wadenbeiser

Jetzt habe ich knapp sechs Jahre Projektgeschäft hinter mich gebracht und gelernt, dass man nichts dem Zufall überlassen sollte. Es ging immer um Ziele, Maßnahmen, Termine und Verantwortlichkeiten. Immer wieder, immer wieder…

Jetzt sollte man meinen, das wäre ausreichend zum starten eines eigenen “Projektes”. Mal abgesehen davon, dass man nie auslernt, mutiere ich derzeit zum echten Wadenbeißer der Nation (Berti Vogts würde staunen). Warum? Wenn ich nicht bei allen Terminen drei mal (ja genau, mindesten drei mal) nachfrage, ob alles ok ist und die Termine auch eingehalten werden, dann kann ich >80% davon ausgehen, dass es nicht funktioniert.

Keine neue Erkenntnisse? Eigentlich nicht, aber bei Gründungen wird dieser Aspekt oft zu wenig reflektiert. Themen wie Finanzierung & Co. werden in diesem Kontext bevorzugt beschrieben.

Venture Capital News

Gestern war ich in München und hatte ein sehr angenehmes Gespräch mit einem Mitarbeiter eines Venture Capital-Unternehmens. Der Kontakt entstand im Zuge der Berichterstattung über unseren bevorstehenden Launch.

Vorab: Nein, man wird keine X-Millionen völlig unreflektiert in unser Projekt investieren, nur weil wir im Kontext des Web 2.0 erwähnt wurden (obwohl ich das natürlich schade finde).

Feedback ist unbezahlbar

Es war wieder extrem spannend, die eigenen Ideen zu diskutieren uns sich gleichzeitig mit guten Fragen herausfordern (neudeutsch: challengen) zu lassen. Es ist natürlich immer angenehm, wenn einem der Gesprächspartner positives Feedback gibt (hoffentlich nicht nur aus Höflichkeit) und man nicht gleich als alles Besserwissender MBAler (ja, ich bin einer) gleich vor die Tür gesetzt wird.

Der Kunde entscheidet, nicht das Web 2.0

Auch schön, wenn man mit einem Geschäftskonzept ankommt, dass es so bis dato noch nicht gibt. Das hat aber auch den Nachteil, dass wir jetzt noch viel stärker beweisen müssen, dass sich auch Kunden begeistern lassen und wir es natürlich auch noch schaffen, möglichst hohe Switching-Barriers (altdeutsch: Wechselbarrieren) aufzubauen, d.h. Kundenloyalität zu schaffen. Mal abgesehen vom funktionierenden Ertragsmodell.
In Summe sind wir jetzt so verblieben, dass wir in den nächsten Wochen beweisen müssen, dass unser Angebot genutzt wird. Hierfür wäre es unter Umständen sinnvoll, auf einen Finanzier zurückzugreifen, der sich stärker auf die Seed-Phase konzentriert.

Die richtige Finanzierungsphase

Bitte? Auf die Seed-Phase konzentrieren? Ja, die meisten VCs haben sich auf bestimmte Finanzierungsphasen konzentriert, da diese auch mit dem Investitionsvolumen korrelieren. Wir befinden uns eben gerade in der Seed-Phase. Das VC-Unternehmen von gestern, konzentriert sich hingegen sehr stark auf die Phasen Start-up und später. Entsprechend höher sind deren Investitionsvolumina.

Beispielsweise investiert man in der Seed-Phase und davor i.d.R. zwischen 0,5 und 2 Mio. Euro, während man danach eher bei 2 Mio. Euro anfängt (das sind alles nur Schätzwerte, und wir alles wissen, dass Ausnahmen die Regel sind). So kommt es auch, dass in der Seed-Phase sehr oft Business-Angels engagiert sind, da “kleinere” Beträge eher von Privatinvestoren getragen werden.

Learings

Man kann nie genug solcher Gespräche führen, da man immer wieder neue Fragen gestellt bekommt. Es ist wie bei Vorstellungsgesprächen - Übung macht den Meister. Entsprechend sollte man auch nicht sofort bei den TOP-Investoren vorstellig werden, da die einen i.d.R. auseinander nehmen werden. So haben wir bereits Anfang 2006 die ersten Feedback-Schleifen gedreht und uns blaue Augen eingeholt. Damals ging es allerdings um nichts, denn wir wollten nur wissen, was man von unserem Konzept hält.

Ergänzung: Übersicht Finanzierungsphasen (ohne Garantie)

Finanzierungsphasen

Beschreibung

Early Stage Financing

Finanzierung der Frühphasenentwicklung eines Unternehmens, beginnend von der Finanzierung der Konzeption bis zum Start der Produktion und Vermarktung.

Start-Up Financing

Gründungsfinanzierung. Das betreffende Unternehmen befindet sich in der Gründungsphase, im Aufbau oder seit kurzem im Geschäft und hat seine Produkte noch nicht oder nicht in größerem Umfang vermarktet

Seed Capital
(Venture Capital)

Finanzierung der Ausreifung und Umsetzung einer Idee in verwertbare Resultate bis hin zum Prototypprodukt, auf dessen Basis ein Geschäftskonzept für ein zu gründendes Unternehmen erstellt wird

Start-up
(Venture Capital)

Das Unternehmen befindet sich in der Gründungsphase, im Aufbau oder seit kurzem im Geschäft und hat seine Produkte noch nicht oder nicht in größerem Umfang vermarktet

Expansion

Das Unternehmen hat den Break-even-point erreicht oder erwirtschaftet Gewinne. Die Geldmittel werden zur Finanzierung von zusätzlichen Produktionskapazitäten, für Produktdiversifikation oder zur Marktausweitung verwendet

Bridge Financing

Überbrückungsfinanzierung. Finanzielle Mittel, die einem Unternehmen zur Vorbereitung des Börsengangs vor allem mit dem Ziel der Verbesserung der Eigenkapitalquote zur Verfügung gestellt werden

Management Buy-out

Übernahme eines Unternehmens durch das vorhandene Management

Management Buy-in

Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management

Later Stage Financing

Spätphasenfinanzierung. Finanzierung der Expansion, Übernahme, Überbrückung etc. bei etablierten mittelständischen Unternehmen

Turnaround

Finanzierung eines Unternehmens, das sich nach Überwindung von Schwierigkeiten (z.B. Absatzprobleme) im Rahmen einer Sanierung wieder aufwärts entwickeln soll

Weitere Infos gibts natürlich bei Wikipedia.

Auch ein Weg… - Finanzierung Teil VII

Tja, eigentlich müsste ich mich ja aufregen. Warum? Naja, da haben wir bis heute noch kein Schriftstück vorliegen, aus dem wir ersehen können, wie die Formalitäten unseres Fördermittel-Kredits denn genau aussehen. Eigentlich haben wir ja noch nicht mal eine schriftliche Zusage. Bis heute.

Nein, heute kam nicht die Zusage. Heute kamen unsere ersten Kontoauszüge. Was die damit zu tun haben? Gute Frage. Aus diesem wurde ersichtlich, dass man uns zumindest schon mal die Provisionen für die Bürgschaft seitens der Bürgschaftsbank abgezogen hat. Nein, ich rege mich über so etwas nicht mehr auf (das ist jetzt auch wirklich nicht ironisch gemeint).

Warum nicht? Ich hätte doch allen Grund dazu. Richtig, aber ich gewöhne mich mittlerweile an derartige - nennen wir es jetzt mal Prozesse, so dass ich mittlerweile nur noch schmunzeln muss.

Mal schauen, ob unsere künftigen Kunden auch so über uns denken werden!

Venture Capital is calling

Ich habe lange überlegt, ob ich das jetzt schreiben soll oder nicht. Warum? Naja, weil es vielleicht noch zu früh ist und, und, und! Was soll der Gedankengang überhaupt. Wir wollen offen kommunizieren und dazu gehören nun mal auch solche Informationen.

Worum geht es eigentlich? Ach ja. Nachdem in den letzten Tagen / Wochen der ein oder andere Bericht über uns geschrieben wurde, bekamen wir die ersten unverbindlichen Anfragen seitens potentieller Kapitalgeber. Darauf aufbauend, finden in den nächsten Tag die ersten “Wir lernen uns kennen-Gespräche” statt.

Obwohl die Telefongespräche mit den meisten ganz interessant verliefen, bin ich ehrrlich gesagt etwas indifferent, ob der Zeitpunkt für solche Gespräche noch nicht zu früh ist, da wir derzeit wirklich extrem Land unter sind. Warum ich es dann doch mache? Ganz einfach. Erst mal um Feedback zu bekommen (Feedback ist unbezahlbar) und um gleichzeitig jetzt die ersten Schritte in eine potentielle Partnerschaft zu gehen (ich glaube das heißt anders, aber egal). Ein Finanzierungsprozess kann sich über 3-6 Monate hinziehen. D.h. wir müssten jetzt starten, um im zweiten Quartal 2007 entsprechende Ergebnisse vorliegen zu haben.

Da wir mit den Fördermitteln (durch den langen Prozess) ja fast schon einen Engpass hatten, werden wir diesmal also etwas früher starten. Eines haben wir in den letzen Wochen gelernt. Wenn du alles immer nur sequentiell angehst, dann dauert alles viel zu lange (i.d.R. deutlich länger als geplant). Auch wenn das Risiko höher ist, musst du manchmal mit Dingen beginnen, die eigentlich noch gar nicht notwendig sind und wo es manchmal deutlich sicherer wäre, damit noch etwas zu warten.

Mut zur Finanzierung

Das Wetter ist heute so gut, dass ich mal ein paar Zeilen über den kleinen K(r)ampf bezüglich unserer Finanzierung (Fördermittel) schreiben werde.

Am Freitag den 13.10.06 hatten wir ja seitens unserer� Hausbank signalisiert bekommen, dass es eine Zusage der Bürgschaftsbank gibt. Diese war nötig, da die Hausbank die Finanzierung sonst nicht durchgeführt hätte, da es um einen niedrigen sechsstelligen Euro-Betrag geht (im Prinzip sprechen wir über die Finanzierung der Seed-Phase).

Ich kann euch sagen, aber an diesem Tag waren wir wirklich erleichtert. Insbesondere, da sich der Entscheidungsprozess mittlerweile um mehrere Wochen verzögert hatte und wir so langsam echte Bauchschmerzen bekamen. Hatten wir uns vielleicht übernommen und war es nicht doch zu riskant, bereits ohne die Zusage loszulegen? Was machen wir jetzt mit den ganzen Rechnungen, etc. All das waren die Fragen, die uns in diesen Tagen wirklich beschäftigt haben. Glaubt mir, dass führte zu der ein oder anderen schlaflosen Minute.

Mittlerweile sind wir durch die Zusage allerdings wieder etwas relaxter - auch wenn wir noch nicht alle Details kennen. Nachdem wir mit dem ein oder anderen Branchen-Insider gesprochen haben, scheinen wir auch gleichzeitig zu den wenigen Internet-Start-ups zu gehören, die es überhaupt geschafft haben, an öffentliche Fördermittel zu gelangen. Zu oft hat man uns im Vorfeld auch davon abgeraten, diesen Weg überhaupt zu gehen, da die Chancen eigentlich gegen Null tendieren.

Ich möchte daher an dieser Stelle allen Mut zu reden, die sich vor oder gar in der gleichen Situation befinden. Gerne bieten wir Betroffenen und Interessierten auch unsere� Unterstützung an - allerdings keine finanzielle, da wir uns das� nicht leisten können� ;-) Fragt uns also, wenn ihr Fördermittel oder Standard-Kredite beantragt oder andere Fragen Rund um das Thema Gründung habt.

Der richtige Weg zum eigenen Büro…

dauert bei mir jetzt ca. 12 Min aber keine Angst, darum geht es an dieser Stelle nicht.

An dieser Stelle möchte ich kurz darstellen, wie und warum wir uns für unser jetztiges Büro entschieden haben.

Grundsätzlich hatten wir uns am Anfang ein Budget gesetzt. Das lag theoretischer Weise bei 1.500,- Euro. So hatten wir es auch im Businessplan kalkuliert. Generell ist dieser Wert auch in Ordnung. Wenn man dann allerdings auf die Suche geht und entsprechende Objekte besichtigt, dann kommt man langsam ins nachdenken: “coole Räume, gute Lage, brauchen wir das wirklich, eigentlich viel Geld für den Anfang, muss das sein? usw.”.

Insbesondere weil wir das Projekt� aus unserer eigenen Tasche finanzieren, haben wir das Budget dann sukzessive mental abgesenkt. Gleichzeitig kamen die ersten Überlegungen kein eigenes Büro� sondern Flächen in einem Office-Center zu mieten. Solche Plug-and-Work-Lösungen haben wir dann u.a.� hier� und� hier besichtigt. Das ganze ist schon klasse, die komplette Infrastruktur besteht. Angefangen von den Möbeln, Telefonen, Kopiergeräten bis hin zu einer Sekräterin ist alles da - von der ersten Minute. Je nach Anbieter kann man sogar auf die Konferenzräume in anderen Städten zugreifen. Plug-and-Work eben.

Bei einer TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership) schneiden diese Büros auch relativ gut ab (bei einem Betrachtungszeitraum von ca. 12 Monaten). Konkret hätten wir zwischen 800-1.200,- Euro pro Monat gezahlt. Bis auf die Gebühren für Telefon und den Kopierer wäre dann alles integriert. Als Bürofläche hätten wir dann mit unserem� Budget ca. 20qm zur Verfügung gehabt. Das ganze im übrigen� auch in guten Lagen mit entsprechender Infrastruktur.� Wir hatten uns dann eigentlich schon für einen Anbieter entschieden und wollten nur noch die Finanzierungszusage abwarten, da wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht an fixe Verträge binden wollten. Soweit so gut - Teil I.

Im Zuge der Bürobesichtigungen hatten wir aber auch verschiedene leerstehende Büros begutachtet. Unter anderem eine alte Fabrik, die derzeit zu einem Gewerbepark umfunktioniert wird. Der Start-up-Klassiker. Es gab� Flächen zwischen� 20-2000qm. Riesen Räume, hohe Decken und sehr authentisch - inkl. (Denk-)Freiraum für die Birne. Wir hatten uns spontan in eine 140qm-Fläche verliebt. Dann kam aber noch eine zweite Liebe (nein, wir gehen eigentlich nicht fremd aber wir waren ja noch ungebunden). Dabei handelte es sich um ein Eck-Büro mit ca. 114qm Fläche, das derzeit von einem Fotografen als Atelier genutzt wird. Da war es also, das Start-up-Büro, von dem die meisten jungen Unternehmen� träumen. Fast so schön wie bei Google (es fehlte eigentlich nur die kostenlose Kantine).

Das ganze hätte uns dann pro qm 5,50 Euro + 1,- Euro Nebenkosten gekostet. Also ein Traum für 750,- Euro warm. Wir hätten unser geplantes Budget sogar um ca. 50% unterschritten. Soweit so gut - Teil II.

Dummerweise (aus meiner damaligen Sicht) wurde uns dann noch ein 35qm Büro gezeigt. Ganz nett, aber nicht der Brüller. Sehr hell, kompakt und auf seine Weise auch authentisch. Das haben wir dann auch genommen. Warum? Gute Frage, diese habe ich immer wieder an Steffen und Tassilo gestellt ;-)

Nein, zum jetzigen Stand reichen uns 35qm völlig aus, da max. 3 Personen gleichzeitig im Büro sind. Das geht natürlich nur, da wir einen Großteil extern entwickeln lassen. Ausserdem ist das ganze bei einer TCO-Betrachtung unschlagbar günstig. Obwohl wir die ganze Einrichtung jetzt selbst beschaffen müssen (allerdings exklusive einer Sekräterin), haben wir bereits nach ca. 3 Monaten einen Kostenvorteil. Und 3 Monate werden wir auf jeden Fall existieren. Sollten wir� mehr Platz benötigen (was wir natürlich hoffen), dann gibt es hier noch die ein oder andere charmante Lösung, die wir� alternativ nutzen könnten. Im übrigen� haben wir jetzt einen� schönen Blick ins Grüne und seit heute sogar unsere erste Büropflanze ;-)

Ein Punkt, der allerdings gegen unseren jetzigen Standort spricht, ist die Lage. Wir sind jetzt nicht direkt in Stuttgart und haben lange diskutiert, ob das sinnvoll ist. Insbesondere unter Recruiting-Aspekten� (Studenten, Diplomanden und Co.) ist die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel nicht optimal. Daran soll es aber nicht scheitern. Sollte ein guter Mitarbeiter nur aufgrund fehlender öffentlicher Verkehrsmittel nicht in der Lage sein unser Büro zu erreichen, dann stellen wir ihm oder ihr einfach einen SMART (natürlich mit edelight-Werbung), den wir aus den Miet-Ersparnissen finanzieren werden ;-)

Ach so, ich kann mit der Lösung mittlerweile übrigens auch sehr gut leben.

We got it - Finanzierung Teil VI

Soeben habe ich mit unserer (künftigen) Hausbank gesprochen. Wir haben die Zusage der Bürgschaftsbank und werden somit auch die Fördergelder erhalten! Ich habe zwar noch keine detaillierten Information vorliegen (bzgl. potentieller Restriktionen), was unsere Freude allerdings nicht mildert.

Wir haben es also geschafft! Wir können so ganz ohne unsere Bank-Beziehungen unser neues Unternehmerleben starten. Ein gutes Gefühl. Interessant auch, dass wir uns freuen, da wir uns ja schließlich offiziell verschulden werden ;-)

Was sind die nächsten Schritte? Jetzt werden wir uns mit der Gründung einer GmbH und AG auseinandersetzen - wobei wir zu einer GmbH tendieren. Das Go hierzu, muss uns unser Steuerberater geben. Ebenfalls werden wir jetzt offizielle Geschäftskonten einrichten, damit nicht alle Rechnungen über mein Privatkonto laufen (zur Freude meiner Frau).

Ach ja, wir können jetzt natürlich auch die teureren IKEA-Stühle kaufen, schließlich� beziehen wir in der nächsten Woche unser Büro� ;-)